Rezensionen zu den Büchern:

Rädervieh und Butterrübe
Die Stachelkugel
Das Tagebuch des Ewald Kröbig K.G.





Zu »Rädervieh und Butterrübe« schrieben:

Die Süddeutsche Zeitung

Schokodil und Rautel

Entschuldigen Sie, wissen Sie, was ein Rädervieh ist? Ich nicht. Doch spätestens seit einem Gedichtband mit Namen »Rädervieh und Butterrübe« weiß ich Bescheid. Endlich kann ich wieder mitreden. Und mal ehrlich: Über die Orangmathik wollte ich auch schon immer etwas wissen, genauso über ein Rautel. Dass ein Hormonium Gefühle nach Herzenslust in das Blut transportiert, dass ein Barthaarweider jeden Mann zu einer ordentlich gekämmten Loreley werden lässt - glauben Sie mir, ich finde es gut, über die neuesten Erfindungen informiert zu sein. Auch sollten Sie sich die Anregungen des Affenknigge endlich einmal zu Herzen nehmen und das Schokodil in Ihr Herz schließen. Ach, lassen wir den Unsinn. Ihn lassen? Dafür ist er allzu schön und hundertmal ehrlicher, als manch lyrische Gefühlsduselei.
Nicole Graner

Oberschleißheim aktuell

Ein Leckerbissen für Freunde des skurrilen Humors. Vom »Club der toten Dichter« gratulieren die »Kollegen« Ringelnatz und Morgenstern.
J. Rückerl


Münchner Merkur

Günther Hultsch versucht sich erfolgreich im Klonen von Wörtern und Erfinden gereimter Humoresken. Das amüsante Ergebnis heißt »Rädervieh und Butterrübe«.
Der Name des Buches kommt von den gleichlautenden Gedichten.
»Das Rädertierchen, weiß wohl jeder, hat, anstatt Beinchen, kleine Räder«. Allerdings: »Die Aussicht auf die Bütterrübe, ist zur Zeit noch etwas trübe. Zwar frisst das Rind, das ist nicht neu, gern Futterrüben sowie Heu. Bekannt ist auch: Im Bauch der Kuh schlagen die Mikroben zu. Sie wandeln dort des Tieres Futter - selbst das Lignin - zu Milch und Butter. Da muss der Mensch sich ernsthaft fragen: Nur dort, im Wiederkäuermagen? Könnten nicht Gene von Mikroben schon vorher, in der Rübe toben?........« Diese Parodie auf die Gentechnik geht noch weiter. Unendlich scheint auch die Phantasie und Wortspiellust des Lyrikers des Skurrilen.
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Mit dieser Sammlung von skurril-humorvollen Gedichten nimmt der Autor durch seine vier Personen - Tante Clara, Theophil, Elvira und Epimach - das allgemeine und zeitbezogene menschliche Verhalten aufs Korn. Der Graphiker Anton Diehl hat sich in die Geschichten vertieft und das Buch mit Zeichnungen illustriert, die zusätzlich zum Schmunzeln anregen.

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Zur »Stachelkugel«


Die Süddeutsche Zeitung

Er ist bekannt für eine spitze Feder und skurrile Wortverbindungen, er liebt phantastische Erfindungen und alles, was man aufs Korn nehmen kann - und das ist bei Autor Günther Hultsch fast alles. Vor drei Jahren stellte Hultsch sein erstes Buch mit dem Titel »Rädervieh und Butterrübe« vor. Am Donnerstag, 10. Februar, präsentierte er sein neuestes Werk. Schon der Titel macht deutlich: Günther Hultsch ist sich und seinem Stil treu geblieben. Die »Stachelkugel und das güldene Knöpfchen« ist eine phantastische Sience-Fiction-Story, Prosa-Satire par excellence. Kein Wort ist richtig ernst zu nehmen und doch hat jedes Wort Aussagekraft.
Somit wäre er in dieser Hinsicht legitimer Bruder im Geiste Winston Churchills: »Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen, abgesehen von allen anderen bisher ausprobierten.... «
Aber auch schon sein Gedichtband »Rädervieh und Butterrübe« war ein Meisterwerk des absurden, hintergründigen Nonsens. Kurz: Sinn im Unsinn. So auch diese märchenhafte Satire, auf die die Bezeichnung Sience Fiction nur schwerlich passt. Und nicht nur dies stellt eine Parallele zu einem anderen Meister des Fachs her: Douglas Adams. So schöpfen beide aus dem absurden. Betsy, der genmanipulierte Goldhamster im Trachtenkleid, ist ein Beispiel dafür. Der Witz kommt an..
Tom Webel



Ein seltsamer Planet scheint das zu sein, den der Astronaut Bob und seine Begleiterin Betsy da entdecken.
Ähnlichkeiten mit real existiert haben Gegebenheiten auf dem Planeten Erde sind geradezu beabsichtigt, wenn der Autor Günther Hultsch in seinem Roman »Die Stachelkugel und das güldene Knöpfchen« das skurrile Bild dieser fernen Welt entwirft..
Sience-Fiction ist eine der bevorzugten Zielscheiben der Satire in Hultschs Roman. So kann sich das genmanipulierte Goldhamsterweibchen Betsy nicht nur über Morsezeichen verständlich machen, sondern sie hat in ihrer Hamsterbacke auch noch eine Mundharmonika; und obwohl die Fahrt zum fernen Planeten 25 724 Jahre gedauert hat, sind die Astronauten in Eile, weil zuhause ihr Finanzier aufgetaut wird..
Klaus Bachhuber

Münchner Merkur

Amüsant, unterhaltsam und märchenhaft präsentiert sich Günther Hultsch mit seinem Buch »Die Stachelkugel und das güldene Knöpfchen«. Mit diesem Werk stellt er eine phantastische Science-Fiction-Story in der Art einer Persiflage vor, eine wohldurchdachte Geschichte, welche die politischen Systeme des 20. Jahrhunderts aufs Korn nimmt..

Günther Hultsch präsentiert sich in »Die Stachelkugel und das güldene Knöpfchen« als Denker - ein Bastler, ein Sucher, der in dieser locker geschriebenen Karikatur seine Ideen wie ein farbenreiches Feuerwerk versprüht.. Fürwahr ein Lesespaß der ganz besonderen Art.
Otto Bürger



Korrekt übersetzt handelt es sich bei der Prosaerzählung um eine spöttische (satirische) Verhöhnung (Persiflage) der politischen Systeme des 20. Jahrhunderts und der Konsum-gesellschaft, die lächerlich gemacht werden..


Oberschleißheim aktuell

Eine »Sience-Fiction-Story« nennt der Verlag den Roman »Die Stachelkugel und das güldene Knöpfchen« von Günther Hultsch.
So ganz zufrieden ist der Autor mit dieser Charakterisierung nicht. In der Tat ist dieses Buch eine gelungene Persiflage auf dieses Genre. In parodistischer Verfremdung wird Kritik an den Zuständen auf unserem Planeten geübt, sowohl an den gottlob verschwundenen sozialistischen System als auch an den Exzessen und Degenerationserscheinungen der westlichen Konsumgesellschaft..
Eingebettet ist dies alles in eine skurrile Handlung, die auf unterhaltsame Weise die Abenteuer des amerikanischen Astronauten Bob und seiner Begleiterin Betsy (einem genmanipulierten Goldhamsterweibchen) auf dem Planeten Xi-Psi 312/4 schildert.
J. Rückerl


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»Das Tagebuch des Ewald Kröbig K.G.«

Oberschleißheim aktuell

Seine Werke zeichnen sich durch einen hintergründigen, nicht kopierbaren, aber liebenswerten Humor aus. Die Sprache des Ingenieurs Hultsch ist einzigartig.


Laurenz Kopp, Leipzig, Student der Medizin

Zuerst einmal: »Das Tagebuch des Ewald Kröbig K.G.« liest sich einfach gut. Es verkörpert das, was mein Lehrer im Geschichtsleistungskurs immer propagiert hat, nämlich 'Geschichte durch Geschichten' zu vermitteln.
Gerade vor diesem Hintergrund ist das Ende des Buches wirklich groß. Dass jemand, der - sowieso schon in großer Not - auch noch seinen letzten Besitz leichtsinnig verliert, nicht deprimiert aufgibt, sondern einen unschuldigen Schneeball auf einen noch unschuldigeren Laternenpfahl wirft, weil er immer noch einen Funken Hoffnung entdeckt..Das ist einfach schön und lässt einen traurig sein, dass das Buch schon zu Ende ist.


Helmut Kaechele, Tübingen, Kultur-Reiseleiter, Kunsthistoriker

Es ist eine mentale Wohltat, nach den vielen, zu Recht tief traurig stimmenden, literarischen 'Todesfugen' die NS-Zeit und ihre Folgen einmal anders, in einer Weise verarbeitet zu finden, die den Blick auch auf die kleinen Schrullen und unfreiwillig komischen Umständlichkeiten bei der 'Vergangenheitsbewältigung' wirft. Ich kann nicht glauben, dass dies das Gewicht der so oft erzählten großen Tragödien herabsetzt; im Gegenteil, man wird daran erinnert, daß das Leben in den meisten Momenten sich durch die Banalität des Alltagsverlaufs gestaltet..

Millionen Menschen in Deutschland erinnern sich eher an die Widrigkeiten des praktischen Wiederbaus in ihrem persönlichen Umfeld als an die damaligen Haupt - und Staatsaktionen. Insofern können - behaupte ich - solche Alltagsgeschichten vielleicht mehr zur nachkriegs-deutschen Psycho-Hygiene beitragen als manche große Historiographie.

Und erzählt wird - das ist nicht nur vergnüglich, sondern durchaus auch aufklärerisch in einer großen Tadition stehend - von einer sehr deutschen Art, ein Schelm zu sein.


Dr. Kurt und Dr. Sigrid Ballreich

..unsere Spannung ist bei der Lektüre bis zum Schluss nicht gewichen. In diesem Tagebuch vermögen Sie den Zeitgeist, die Not und den Überlebenswillen der Menschen so einzufangen, dass eine Fülle eigener Erinnerungen beim Leser auftaucht. In sehr geschickter Weise verknüpfen Sie die Ereignisse des ersten Nachkriegsjahres mit der Nazizeit, wobei die Sylvesterrede 1943 einen besonderen Höhepunkt darstellt. Hier fassen Sie die Situation vieler Menschen von damals in einer überzeugenden Weise zusammen: Das Wissen um die Lage, das dem ansonsten gezeigten Nichtwissen plötzlich entspringt Es waren doch sehr viele Menschen, die mit Verdrängung lebten, um überhaupt überleben zu können.

Der Mensch Kröbig wird lebendig, vor allem als reeller Kaufmann, der in ganz korrekter Weise wieder anfangen möchte, wo er aufgehört hat, aber mit den dazwischen liegenden Ereignissen durch seine Notlage konfrontiert wird. All dies darzustellen ist Ihnen auch sprachlich sehr gut gelungen.


Henning Clewing

Ich möchte Ihnen ein ganz großes Kompliment für Ihre Erzählung darbieten. Es hat sich so getroffen, dass ich deren zweite Hälfte nun etwa parallel zum letzten Buch von Walter Kempowski gelesen habe...Immerhin entdecke ich unübersehbare Parallelen im Herangehen an das literarische Objekt und auch im Stil. Das soll Ihnen zeigen, wie groß das Kompliment ist. Besonders gefallen mir die Reflexionen zu sprachlichen und allgemein menschlich/politischen Auffälligkeiten, die wirklich witzig sind...

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